Pressespiegel

Budoworld Kampfkunstmagazin, Nr.4 – 2008

Krav Maga Defcon®
Messerabwehr aus unvorbereiteter Position

Messerabwehr sollte grundsätzlich aus der ungünstigsten Position für den Verteidiger geübt werden – und das ist nun einmal die unvorbereitete Position.

Es ist gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Verteidiger bei einem Messerangriff und dessen Abwehr verletzt wird. Im Stress der Angriffssituation wird der Verteidiger mögliche Verletzungen aber zunächst nicht wahrnehmen, außer sie durchtrennen Muskeln oder Sehnen, die zur Ausführung der Verteidigungshandlung erforderlich sind.

Es muss deshalb an dieser Stelle betont werden, dass es sich bei den Techniken um „Schadensbegrenzung“ beim jeweiligen Angriff handelt und nicht um die endgültige und „todsichere“ Abwehr.
Generell aber gilt für jede Bedrohung und jeden Angriff:
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Beispiel:
Messerangriff als gerader Stich, Verteidiger unvorbereitet

Der gerade Stich zum Körper erfolgt sehr schnell und ansatzlos. Da dieser Angriff den kürzesten Weg nimmt ( Kürzester Weg zwischen 2 Punkten ist die Gerade ) muss äußerst schnell reagiert werden.

Wenn der Verteidiger nicht auf einen Angriff vorbereitet ist, ist es besonders schwer, optimal zu reagieren.

Bild 1: Ausgangsposition.

Bei dieser Abwehr ist ein Zusammenspiel mehrerer, voneinander unabhängiger Bewegungen erforderlich. Selbstredend erfordert die Beherrschung dieser Technik eine hohe Trainings- und Könnensstufe.

Bild 2: Abwehr mit Ausweichen
Bild 3: Umgreifen

Der Verteidiger nimmt Kontakt mit dem messerführenden Arm auf und drückt diesen aus der Angriffsrichtung seitlich weg gegen den Angreifer.

Gleichzeitig dreht er den Körper aus der Angriffslinie seitlich heraus.
Ebenfalls gleichzeitig schlägt die andere Hand direkt zum Gesicht des Angreifers.

Gleichzeitigkeit bei der Abwehr

Beim Kontakt mit dem Messerarm muss unbedingt versucht werden das Messer gegen den Angreifer zu drücken und zu fixieren, da auch hier der Angreifer, sobald er auf Widerstand stößt, versuchen wird, die Waffe zurückzuziehen.

Bild 4:
Arm durchstrecken gegen den Angreifer

Hier kann sich, je nach Position, die Möglichkeit eines Kopfstoßes gegen den Messerangreifer bieten.

Bild 5:
Kopfstoß gegen den Angreifer
Bild 6: Fixierung beidhändig

Wir sichern die fixierte Messerhand mit der zweiten Hand und gehen sofort in eine Hebeltechnik mit kraftvoller Rotationsbewegung nach außen.
Bild 7: Übergang in Handhebel

Durch diesen Hebel mit Rotationsbewegung geht der Angreifer, wenn er sehr beweglich ist, entweder zu Boden, oder es reißen die Bänder in Handgelenk, Ellbogen- und Schultergelenk.

Bild 8: Bodenlage mit Fixierung

Sofort Entwaffnen und Kampfunfähigkeit herbeiführen.

Bild 9: Entwaffnen in Fixierung

1. Phase: Hand nach unten drücken

Bild 10: Detail

2. Phase: Griff nach oben lösen und Messer abnehmen

Kampfunfähigkeit kann durch Tritte zum Kopf oder weit einfacher, durch Brechen eines Fingers der fixierten Hand erfolgen oder durch Schnitt mit dem Messer.

Auszug aus Buch Krav Maga Defcon® , Band 2, Abwehr bewaffneter Angriffe,
von Armin Berberich. Erscheint im April 2008.

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